Insula Lutherana
Insula Lutherana.
„Lutherische Insel“ - so haben unsere Vorfahren den Gebäudekomplex im Herzen von Pest genannt. Hier hat die evangelische Schule, später das Gymnasium, Pfarr-, und Kantorenwohnung Platz gefunden. Das Musikleben ist seit 100 Jahre lebhaft in der Kirche, das Museum hat hier die Türe geöffnet und einige Jahre vor der Jahrtausendwende eine Buchhandlung, sogar auch Kindergarten die Tätigkeit begonnen.

Der Gebäudekomplex heute
Das Gebäude
Die Pester Evangelisch-Lutherische Kirche wurde kurz nach dem Toleranz Patent (1781) des Österreichischen Kaisers mit den großzügigen Spenden mehreren Hochadeligen im Hintergrund in 1787 begründet.
Laut des Hofdekrets die Lutheraner haben zuerst nur freie Ausübung der Religion bekommen und sie dürften bis auf weitere Anordnung keine Kirche erbauen lassen. Sie sollten die Gottesdienste in Privathäuser halten. Ausschließlich adelige Personen waren verpflichtet die Miete dieser Häuser, die Kosten des Pfarrers und Kantor zu tragen.
In 1792 wurde das Grundstück überlassen und die Bauarbeiten begonnen mit der Pfarrwohnung, Gebetsraum und Grundschule. Der erste Gottesdienst wurde am 20. Mai 1794 gehalten. In diesem Gebäudeteil hat das Evangelische Museum Platz gefunden.
Die Gemeinde beauftragte János Krausz mit den Planungsarbeiten, nach dessen Tod sein jüngerer Gehilfe Michael Pollack (Architekt des Nationalmuseums) übernahm die Leitung der Bauarbeiten. Der Bau vollzog sich nach Pollacks endgültigem Plan, welcher entsprach nicht nur der Anforderungen des Klassizismus, sondern der Erwartungen der Lutheraner Puritanismus. Der Grundstein wurde in 1799 am Reformationstag abgelegt und die Kirche in 1811 eingeweiht.
In der Zeit des großen Pester Hochwassers in 1838 stand die Kirche höher als der Wasserfläche und viele Leute fanden im Gebäude Zuflucht. Nach dem Ende der Gefahr bedankte sich die Jüdische Gemeinde mit einem schönen Silberkelch mit Hebräischen und Deutschen Gravierung bei den Lutheranern für die erfahrene geschwisterliche Hilfe. Die Kirche ist auf dem Kelch mit dem kleinen Turm sichtbar, welcher wegen statischen Gründen in 1875 entfernt wurde.

Nach Pollacks Tod beauftragte die Gemeinde József Hild mit den Erneuerungsarbeiten nach dem Hochwasser und mit der eventuellen Vollbringung der Kirche. Er gab geschlossener, strenger Fassade der Kirche.
Die Schule
Wie in anderen Evangelisch-Lutherischen Gemeinden in Ungarn, so auch in Pest die erste Aufgabe der neuen Kirchengemeinde war die Schulung zu organisieren. Sie haben auch Lehrer gewählt und der Unterricht begann in 1798 in einer Schulklasse für 20 Kinder. 
Die Entwicklung der Schule nahm nach dem Aufbau der Kirche neuen Aufschwung. Der Universitätsprofessor Lajos Schedius, der erste Inspektor der Gemeinde hat in 1809 einen ausführlichen Entwurf ausgearbeitet um die Gemeindeschule zum Gymnasium zu entwickeln.
Das bis 1823 allmählich entstandene Gymnasium war das zweite in der Stadt Pest. Die Erweiterung und der Ausbau der Insula Lutherana hat dem immer größeren Gymnasium Platz gegeben, wo im Jahre 1850 schon 444 Schüler Studien gemacht haben.
Nach dem 1848/49er Freiheitskrieg die Entwicklung des Gymnasiums wurde wegen der harten Verordnungen des Staates langsamer. Der ungarische Pfarrer der Gemeinde, József Székács hat die Sache der Schulentwicklung wieder auf die Tagesordnung gesetzt. Neben der finanziellen Unterstützung der Gemeindemitglieder die große Summe eines Nachlasses ermöglichte die Anstellung neuer Lehrkraft in 1860. Nach dem Kauf des Grundstückes neben der Insula Lutherana wurde hier das heutige Gebäude in 1864 vollendet.

das Gymnasium in 1896
Das Gymnasium verzog in 1904 auf die heutige Városligeti Alle, blieb aber weiterhin eine Institution der Gemeinde. Das alte Gebäude wirkte als Volksschule, später Bürgerschule für Mädchen, endlich Mädchengymnasium bis 1952 weiter, wann die Evangelisch-Lutherische Kirche es zur Säkularisierung „angeboten“ hat. Die Schulgebäude ist seit 1992 wieder Teil der Insula Lutherana als 8 Klassigen Evangelisch-Lutherisches Gymnasium.
